24. Dezember 2008
Bilder dazu gibt's hier
Als nächstes besuchten wir südlich von Brisbane den Lamington Natl. Park. Der Campground liegt auf ca. 850 m.ü.M., ein ziemlicher Unterschied zum Klima um Brisbane, und mitten im Regenwald. Natürlich, jetzt da wir kamen, machte letzterer seinem Name alle Ehre und wir durften feststellen, dass es in Sachen Wasserdichtigkeit sehr wichtig ist, dass unser Caravan ganz eben steht. In der ersten Nacht tropfte es an einer Ecke direkt aufs Bett.
Mehrere Wanderungen durch den Park führten uns durch mehr oder weniger dichten Regenwald und wir sahen verschiedene Vögel und ein paar andere spannenden Tiere. Zum Beispiel Blutegel. Diese saugten sich in erstaunlicher Behändigkeit an unseren Schuhen festen und ‚raupten’ sich dann an unseren Socken und Hosenbeinen hoch, widersetzten sich standhaft unseren Versuchen, sie wegzuwischen. Es war z.T. sogar schwierig, sie – angeekelt (das Wort kommt wohl von angeegelt) – richtig zwischen die Finger zu kriegen und wegzuziehen. Letztlich nutzte alles nichts: am dritten Tag, auf einer 15 Km Wanderung bei einer Rast, fühlte ich etwas an meinem Bein. Als ich zur Kontrolle das Hosenbein aus der Socke und hoch zog, kullert ein brauner Klumpen heraus und auf den Boden. Bevor ich noch richtig begriff, fing dieser an sich zu bewegen und versuchte, sich davon zu machen. Es war ein vollgesogener Blutegel. Wenn die grösseren ‚leeren’ Tiere ausgestreckt vielleicht 2,5 cm lang und 2 mm breit sind, so war dieses Modell hier, vollgefressen und plump wie ein Mehlsack, etwa so gross wie mein kleiner Finger. Es kam kaum mehr vom Fleck. Nun, immerhin bin ich so zum Blut spenden gekommen. Daniel Schürch wollte das in Brisbane erledigen und wurde abgewiesen, weil er drei Wochen an einer Adresse hätte erreichbar sein müssen, damit man ihm dorthin eine Spenderkarte hätte schicken können…. Kein Kommentar.
Zu spät erinnerte ich mich daran, dass mir jemand erzählt hatte, dass man nach einer ‚Behandlung’ mit Blutegeln, die Wunde nicht waschen oder desinfizieren oder ähnliches soll und braucht. Die Egel scheinen die Wunde mit einem Sekret zu verschliessen und sie blutet nicht. Wäscht man sie aber ab, fängt sie damit an und hört auch nicht so rasch wieder auf, weil die Öffnung zu gross ist. Schöne Sauerei. Vor allem bei den hiesigen Waschmaschinen. Ob ich die Flecke je wieder raus kriege?
Unser Wohnwagen hat ein Vorzelt (annex). Das aufzustellen geht eigentlich für so ein altes Teil ziemlich einfach und rasch. Abends sitzen wir dann darunter, bei Regen schliessen wir die Seitenwände und haben’s echt gemütlich. Auf dem Campground im Lamington wurden wir immer wieder mal besucht. Zuerst kamen die wilden Bush-Turkeys auf der Suche nach Futter. Werden wohl von dämlichen Touris immer wieder mal gefüttert. Dann, am zweiten Abend nach einigem Regen kamen die Blutegel und wir hatten viel Spass mit ihnen und einem Feuerzeug… Ausserdem guckte ein Possum (ob es wohl das selbe Tier wie das Opossum ist?) um die Ecke, traute sich dann aber doch nicht so recht und verschwand vor lauter Blitzlichtern rasch auf einen Baum.
Als wir nach der dritten (kalten und regnerischen) Nacht unser Zelt abbauen wollten, entdeckten wir in eine Ecke gedrängt einen grünen Baum-Frosch. Der sah richtig süss aus auf unserer blauen Kehricht-Schaufel.
Dienstag, 30. Dezember 2008
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